NETZWERKER BEGEISTERT MIT NEUER BILDSPRACHE

VR-FOTOGRAFIE

Immer am Puls der Zeit: Als Fotograf beschreitet Christian Koch gern neue Wege. Virtual-Reality-Fotografie ist so einer, mit der er die Welt kleiner und großer Firmen zum echten Erlebnis macht. Begleitet von der NordHand eG hob er dieses Geschäftsmodell vor fünf Jahren aus der Taufe und entwickelte es konsequent weiter. Optionen: animierte Rundgänge und Videoexport für YouTube.

„Echte Liebe“ in Schwarz-Gelb: Auf den 2500 Quadratmetern der BVB-FanWelt finden die Anhänger von Borussia Dortmund alles, was ihr Herz begehrt. Christian Koch hat diese Liebe eingefangen mit seiner Kamera – von über 50 Panoramapunkten aus. „Auch ich bin Fan, seit ich denken kann.“ Von jedem dieser Punkte können die Freunde des Westfalenclubs das Bild im Internet um 360 Grad drehen und sind mittendrin in schwarzen-gelben Trikots, Shirts, Jacken, Stulpen, Schuhen, Schals, Bechern und vielem mehr. „Mit dem virtuellen Rundgang wird das Angebot richtig greifbar“, sagt Christian Koch. Und es wird auf Google­ Maps und im Businesseintrag des Unternehmens (Google My Business) optimal präsentiert und schnell gefunden.

Google zertifizierter Fotograf

Schon vor fünf Jahren, als der klassisch ausgebildete Fotograf die 360°-Panoramen für sich neu entdeckte, zertifizierte er sich bei Google als VR-Fotograf. „So kann ich die Bilder direkt in den Google My Business-Eintrag der Kunden einpflegen.“ Für die Unternehmen sei das eine echte Zeitersparnis. Die Aufnahmekriterien für Google waren damals übrigens rigide. Vor allem ging es um Qualität, die Christian Koch, den Profi, nach wie vor von Hobbyfotografen unterscheidet, die sich an Rundum-Panoramen versuchen. Bei der Bildbearbeitung arbeitet er etwa mit einem hochwertigen HDR-Verfahren (Hochkontrast-Verfahren). Alle Bereiche der virtuellen Rundgänge werden so optimal ausgeleuchtet und in brillanter Schärfe dargestellt.

NordHand als ständiger Begleiter

Von Anfang war die NordHand als Begleiter mit im Boot – bei der Erstellung des Businessplans, der Kalkulation, Preisgestaltung oder der Positionierung im Markt. „Die NordHand spiegelt mein Geschäftsmodell damals wie auch heute im laufenden Betrieb“, sagt Christian Koch. Vor allem NordHand-Vorstand Frank Lunke sei für ihn jederzeit ansprechbar.

Hartnäckige Kaltakquise

Denn auch Christian Koch hat, wie man so schön sagt, klein angefangen. Die ersten Wochen seiner Selbstständigkeit waren gekennzeichnet von freundlicher und hartnäckiger Kaltakquise. „Ich habe Läden in der Region aufgelistet und sie alle persönlich kontaktiert“, erzählt er. Eine harte Schule! Sein allererster Kunde war im Grunde ein Alter: das Gut Rheinen. Für das Hotel aus Iserlohn sollte er neue Rundgänge durch die Zimmer anfertigen. Schon im Jahr 2000, lange vor seiner Selbstständigkeit, hatte er Panorama-Bilder für die Iserlohner fotografiert. Doch die Technik war damals lange nicht so ausgereift wie heute. „Für den Rundumblick mussten die Nutzer noch ein extra Plug-in installieren.“ Doch schon damals war sein Interesse geweckt.

BVB-FanWelt als Türöffner

Den Durchbruch schaffte Koch dann vor drei Jahren. Türöffner waren die Panoramen der BVB-FanWelt, die auch die Lagardère Sport GmbH gesehen hatte. Der Sportrechtevermarkter hat 16 Erst- und Zweitliga-Vereine unter Vertrag. Gleich drei von ihnen buchten den Dortmunder für virtuelle Rundgänge ihrer VIP-Bereiche, um diese besser vermarkten zu können: Hannover 96, der Hamburger Sportverein und der MSV Duisburg. Weitere sollen folgen. Für die hat Koch wieder eine Innovation in petto: „Der Interessent kann synchron mit dem Anbieter die Räumlichkeiten begehen, Informationen abrufen oder Tickets buchen “, erklärt der umtriebige Unternehmer.

Viele neue Ideen und wichtige Partner

Überhaupt: Stillstand ist nicht Christian Kochs Sache. Ideen hat er genug: etwa Imagefilme mit VR-Elementen zu drehen, dazu Sound und Texteinblendungen. Ein anderes Vorhaben sind virtuelle Rundgänge, die Geschichten erzählen, in denen Protagonisten zu Wort kommen. Vorbild ist für ihn die WDR-Seite ­„glueckauf.wdr.de“. Sie präsentiert virtuelle Rundgänge in 1000 Meter Tiefe, Infografiken und Bergbaugeschichten, die echte Kumpels erzählen. Ihre Vorteile gegenüber dem klassischen Filmdreh: „Ihre Produktion ist schneller, unkomplizierter und kostengünstiger“, so Koch. Zudem will er künftig 3D-Modelle von Immobilien anbieten, die er aus den virtuellen Rundgängen der einzelnen Wohnungen, Zimmer, Flure und Außenansichten erstellt. Die Software dazu stammt von einem Kooperationspartner.

Partner findet Christian Koch, der begeisterte Netzwerker, nicht nur in der NordHand – hier gehört er seit zwei Jahren dem Aufsichtsrat an – sondern als Mitglied des Medienhauses Dortmund oder bei ­­visible.ruhr,­ den Spezialisten des digitalen Wandels im Ruhrgebiet. Schließlich ist auch Christian Koch einer von denen, die den Megatrend der Digitalisierung im Ruhrgebiet weiter vorantreiben.

 

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